Von der Maschinenwarnung zur dokumentierten Servicemaßnahme
Condition Monitoring und Remote Support lösen zwei verschiedene Teile desselben Serviceproblems. Monitoring erkennt, dass sich ein Messwert, Zustand oder Grenzwert verändert. Remote Support hilft anschließend, die reale Situation an der Maschine gemeinsam mit einem Experten zu beurteilen. Erst die Verbindung beider Schritte macht aus einem technischen Signal einen nachvollziehbaren Servicefall.
ADTANCE PVM stellt Maschinendaten, Zustände, Grenzwerte und Warnungen im passenden Anlagenkontext bereit. ADTANCE Support bringt bei Bedarf Bild und Ton aus der realen Arbeitssituation hinzu. Ticketing und Workflow halten Zuständigkeit, Prüfung, Entscheidung und Folgeaufgaben fest. So bleibt der Fall vom ersten Signal bis zur nächsten Maßnahme in einem gemeinsamen digitalen Serviceprozess.
Warum beide Bausteine zusammengehören
Warnung mit Maschinenkontext
Service und Instandhaltung sehen nicht nur eine Meldung, sondern können sie der betroffenen Maschine, Anlage und dem relevanten Zustand zuordnen.
Visuelle Prüfung statt Vermutung
Wenn Messwerte allein keine eindeutige Diagnose erlauben, zeigt ein Mitarbeiter vor Ort dem Experten Bauteile, Anzeigen, Geräusche und Arbeitsschritte live.
Ergebnis mit Folgeprozess
Erkenntnisse und Entscheidungen können in Ticket, Workflow, Dokumentation, Ersatzteilklärung oder einen gezielt vorbereiteten Vor-Ort-Einsatz übergehen.
Was Monitoring und Remote Support jeweils leisten
Condition Monitoring mit PVM
PVM visualisiert vorhandene Maschinen- und Sensordaten, Betriebszustände, Laufzeiten, Zyklen und definierte Grenzwerte. Damit werden Auffälligkeiten früher sichtbar und für den Service einordenbar.
ADTANCE PVM ansehenVisueller Remote Support
Support verbindet den Mitarbeiter an der Maschine per Smartphone, Tablet, Datenbrille, PC oder Kamera mit einem entfernten Experten. Der Experte sieht die reale Situation und begleitet die Prüfung.
ADTANCE Support ansehenDer kombinierte Prozess
PVM liefert das Signal und den Maschinenkontext. Support ergänzt die Sicht vor Ort. Ticketing und Workflow machen aus Erkenntnissen eine zugeordnete, dokumentierte und weiterverfolgbare Maßnahme.
So wird aus einer PVM-Warnung ein Remote-Support-Fall
PVM visualisiert einen relevanten Messwert, eine Zustandsänderung oder die Überschreitung eines definierten Grenzwerts.
Das Serviceteam ordnet Signal, Zeitpunkt, Betriebszustand und betroffene Maschine ein und prüft, ob bereits eine klare Handlung ableitbar ist.
Je nach Prozess wird die Auffälligkeit einer zuständigen Person, einem Ticket oder einem digitalen Workflow zugeordnet.
Wenn Daten allein nicht ausreichen, verbindet ADTANCE Support den Experten mit dem Mitarbeiter vor Ort. Beide prüfen die reale Maschinensituation gemeinsam.
Prüfschritte, Beobachtungen, Entscheidung und Ergebnis werden im Serviceprozess festgehalten und bleiben für die weitere Bearbeitung verfügbar.
Der Fall wird abgeschlossen oder gezielt an Workflow, Ersatzteilklärung, weitere Analyse beziehungsweise einen vorbereiteten Vor-Ort-Einsatz übergeben.
Praxisbeispiel: Auffälligkeit an einer Verpackungsmaschine
Eine Schlauchbeutelmaschine liefert Zustands- und Prozesswerte aus Siegelstation, Folienvorschub und Pneumatik. PVM macht beispielsweise sichtbar, dass die Siegeltemperatur während der Produktion wiederholt vom freigegebenen Bereich abweicht oder sich Zykluszeiten verändern. Eine Warnung allein beantwortet jedoch noch nicht, ob Sensorik, Einstellung, Material, Mechanik oder eine andere Ursache geprüft werden muss.
Das Serviceteam betrachtet deshalb zuerst den zeitlichen Verlauf, den Betriebszustand und die betroffene Maschine. Lässt sich daraus keine eindeutige Maßnahme ableiten, wird der Fall dem zuständigen Experten zugeordnet und eine Remote-Support-Sitzung vorbereitet. Der Mitarbeiter vor Ort kann Siegelwerkzeug, Folienlauf, Anzeigen oder ausgeführte Prüfschritte per Live-Bild zeigen. Der Experte verbindet diese Beobachtungen mit dem zuvor sichtbaren Maschinenkontext.
Am Ende steht keine lose Videoabsprache, sondern eine dokumentierte Entscheidung: Einstellung innerhalb der freigegebenen Vorgaben prüfen, einen definierten Workflow durchführen, weitere Daten beobachten, ein Ersatzteil klären oder einen Vor-Ort-Einsatz mit den bereits gewonnenen Informationen vorbereiten. Sicherheitsregeln, Freigaben und die Verantwortung für Arbeiten an der Maschine bleiben dabei unverändert bestehen.
Vor der Sitzung
Signal, Maschine, Zeitpunkt und bisheriger Verlauf grenzen den Fall ein und helfen, den passenden Experten auszuwählen.
Während der Sitzung
Live-Bild, Ton und angeleitete Sichtprüfungen ergänzen die vorhandenen Zustandsdaten um den realen Kontext vor Ort.
Nach der Sitzung
Ergebnis, offene Punkte und nächste Aufgabe werden dokumentiert, statt in persönlichen Notizen oder einem isolierten Videoanruf zu enden.
Wann reicht ein Modul – und wann ist die Kombination sinnvoll?
PVM allein
Geeignet, wenn Zustände und Grenzwerte eindeutig sind und das zuständige Team aus den vorhandenen Daten direkt eine freigegebene Maßnahme ableiten kann.
Remote Support allein
Geeignet, wenn eine konkrete Störung, Abnahme oder Wartung bereits bekannt ist und vor allem die visuelle Zusammenarbeit mit einem entfernten Experten benötigt wird.
PVM und Support gemeinsam
Sinnvoll, wenn Monitoring eine Auffälligkeit erkennt, für die technische Einordnung aber zusätzlich die reale Maschine, ein Bauteil oder ein Arbeitsschritt gesehen werden muss.
Ergänzung durch Ticketing und Workflow
Wichtig, wenn Zuständigkeiten, wiederkehrende Prüfungen, Nachweise und Folgeaufgaben über mehrere Personen oder Organisationen hinweg verbindlich bearbeitet werden sollen.
Mit einem klar begrenzten Servicefall starten
Für einen Pilot muss nicht der gesamte Maschinenpark angebunden werden. Aussagekräftiger ist ein wiederkehrender Fall, bei dem Daten, Zuständigkeit und der mögliche Nutzen einer Remote-Prüfung klar beschrieben werden können.
Einen Maschinentyp, einen wiederkehrenden Zustand und die beteiligten Service- beziehungsweise Kundenteams festlegen.
Nur Werte aufnehmen, die tatsächlich eine Prüfung oder Entscheidung auslösen können. Grenzwerte werden fachlich freigegeben.
Festlegen, wer ein Signal bewertet, wann ein Ticket entsteht und unter welchen Bedingungen Remote Support gestartet wird.
Benötigte Prüfschritte, Ergebnisfelder, Berechtigungen und Übergaben in bestehende Serviceprozesse definieren.
Reaktionszeit, Zeit bis zur Entscheidung, remote geklärte Fälle, wiederkehrende Warnungen und vorbereitete Vor-Ort-Einsätze auswerten.
Passende ADTANCE Module für den Gesamtprozess
PVM Monitoring
Maschinendaten, Zustände, Grenzwerte, Warnungen sowie Experten- und Kundenansichten bereitstellen.
PVM ansehenSupport
Experten per Live-Bild und Ton mit Mitarbeitern, Technikern oder Kunden an der Maschine verbinden.
Support ansehenTicketing
Auffälligkeiten, Zuständigkeiten, Kommunikation und Folgeaufgaben als strukturierten Servicefall bearbeiten.
Ticketing ansehenWorkflow
Wiederkehrende Prüfungen, Checklisten, Ergebnisse und Servicemaßnahmen standardisiert dokumentieren.
Workflow ansehenDie Module können schrittweise eingeführt und in der ADTANCE Serviceplattform mit Kunden-, Maschinen- und Anlageninformationen verbunden werden. Wie daraus ein vermarktbares digitales Angebot entsteht, zeigt der Anwendungsfall Condition Monitoring als Service.
Häufige Fragen zu Condition Monitoring und Remote Support
Was bringt die Verbindung von Condition Monitoring und Remote Support?
Condition Monitoring erkennt relevante Zustände und Abweichungen. Remote Support ergänzt bei Bedarf die visuelle Beurteilung der realen Maschinensituation. Zusammen lassen sich Signale schneller einordnen, Maßnahmen dokumentieren und Folgeprozesse gezielter vorbereiten.
Startet bei jeder PVM-Warnung automatisch eine Support-Sitzung?
Nein. Welche Warnung ein Ticket, einen Workflow oder eine Remote-Support-Prüfung auslöst, wird im jeweiligen Serviceprozess festgelegt. Verantwortliche Personen entscheiden anhand von Signal und Maschinenkontext über den nächsten Schritt.
Ersetzt Remote Support den direkten Zugriff auf eine Maschinensteuerung?
Nein. ADTANCE Support stellt Bild und Ton aus der realen Arbeitssituation bereit und unterstützt die Zusammenarbeit mit einem entfernten Experten. Ein technischer Fernzugriff auf Steuerungen ist eine andere Kategorie und kann den visuellen Support ergänzen.
Welche Daten werden für den Einstieg benötigt?
Geeignet sind vorhandene Maschinen- und Sensordaten wie Zustände, Laufzeiten, Zyklen, Temperaturen, Drücke oder freigegebene Grenzwerte. Entscheidend ist, dass ein Wert eine konkrete Serviceprüfung oder Entscheidung unterstützen kann.
Was passiert, wenn ein Fall remote nicht gelöst werden kann?
Erkenntnisse, geprüfte Schritte und offene Punkte können in Ticket, Workflow, Ersatzteilklärung oder die Vorbereitung eines Vor-Ort-Einsatzes übernommen werden. Der nächste Bearbeiter startet dadurch mit mehr Kontext.
Kann der Prozess mit einer einzelnen Maschine getestet werden?
Ja. Ein klar abgegrenzter Pilot mit einem Maschinentyp, wenigen entscheidungsrelevanten Signalen und einem definierten Reaktionsprozess ist ein sinnvoller Einstieg.
Wollen Sie Warnungen systematisch bis zur Servicemaßnahme führen?
Wir prüfen mit Ihnen einen konkreten Maschinenfall und zeigen, wie PVM, Support, Ticketing und Workflow sinnvoll zusammenspielen.
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